PVT-Kollektor oder Erdsonde für die Sole-Wärmepumpe?

Sole-Wärmepumpen arbeiten besonders effizient, brauchen aber eine Wärmequelle. Klassisch ist das die Erdsonde. PVT-Luft-Sole-Kollektoren bieten eine Alternative ohne Bohrung. Ein Vergleich für die Planung.

Von WÜSA GmbH, Ellerau · Veröffentlicht und aktualisiert: Oktober 2026

Einfamilienhaus mit SOLINK-PVT-Kollektoren auf dem Dach

Warum die Wärmequelle so wichtig ist

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je wärmer ihre Quelle ist. Sole-Wärmepumpen nutzen dafür einen geschlossenen Kreislauf mit frostgeschützter Flüssigkeit, der Sole. Woher die Wärme in diesem Kreislauf kommt, bestimmt Effizienz, Platzbedarf, Genehmigung und Kosten der ganzen Anlage.

Die Erdsonde: bewährt, aber aufwendig

Eine Erdwärmesonde wird senkrecht ins Erdreich gebohrt und nutzt die über das Jahr gleichmäßige Temperatur im Untergrund. Das macht sie effizient. Dafür braucht es ein Bohrunternehmen, Platz für das Bohrgerät, in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde und Klarheit über den Untergrund. In Wasserschutzgebieten oder auf engen Grundstücken ist eine Bohrung oft nicht möglich.

Der PVT-Luft-Sole-Kollektor: Wärmequelle auf dem Dach

PVT-Kollektoren kombinieren Photovoltaik (PV) und Solarthermie (T) in einem Modul. Eine neue Klasse sind die PVT-Luft-Sole-Kollektoren (PVT-LS), die eine DIN-Expertengruppe 2025 definiert hat. Sie haben auf der Rückseite einen großen Luft-Wärmetauscher. Beim Consolar SOLINK ist diese Fläche bis zu achtmal so groß wie die Moduloberfläche.

Dadurch nimmt der Kollektor nicht nur Sonnenwärme auf, sondern auch Wärme aus der Umgebungsluft. Er versorgt die Wärmepumpe deshalb auch nachts und im Winter. Gleichzeitig erzeugt er Strom: je nach Modell 450 bis 510 Wp. Weil der Wärmetauscher das Modul kühlt, liegt der Stromertrag laut Consolar etwa 5 bis 7 % über dem eines vergleichbaren PV-Moduls.

Der Vergleich

KriteriumPVT-Luft-Sole (SOLINK)Erdsonde
ErdarbeitenkeineBohrung erforderlich
Genehmigungwie eine PV-Anlagein der Regel wasserrechtliche Erlaubnis
PlatzbedarfDach- oder FassadenflächeFläche auf dem Grundstück
Stromerzeugungja, 450-510 Wp pro Kollektornein, PV-Anlage separat
Gebäudekühlungmöglichmöglich
Geräuschekeine, ohne Ventilatorkeine
Investitionlaut Consolar vergleichbar mit Erdsonde plus PV-Anlage

Angaben zu SOLINK: Herstellerangaben Consolar, Stand Oktober 2026.

Wann welche Lösung passt

Die Erdsonde bleibt eine gute Wahl, wenn eine Bohrung möglich und genehmigt ist und auf dem Dach wenig Platz ist.

Der PVT-Luft-Sole-Kollektor spielt seine Stärken aus, wenn keine Bohrung möglich oder gewünscht ist, eine geeignete Dach- oder Fassadenfläche vorhanden ist und der Kunde ohnehin Strom erzeugen möchte. Consolar nennt auch den Ersatz oder die Erweiterung bestehender Erdsondenfelder als Einsatzbereich.

Planungshinweise für Fachbetriebe

  • Ausrichtung: optimal ist Süd mit 30° bis 75° Neigung. In Regionen mit mehr als 10 Schneetagen pro Jahr keine flachere Neigung wählen und das Abrutschen des Schnees einplanen.
  • Kollektorfeld nach Heizlast auslegen. Laut Consolar braucht SOLINK weniger als die Hälfte der Fläche von Standard-PVT-Kollektoren.
  • Der Solekreis arbeitet ohne Kältemittel. Ein Kälteschein ist daher nicht nötig.
  • Elektrisch wird der Kollektor wie ein PV-Modul angeschlossen. Der Wechselrichter muss den Modulstrom verarbeiten (SOLINK: Kurzschlussstrom 16,1 A).
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